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Piperidin

Piperidin ist eine chemische Substanz, die mithilfe einer Hydrierung von Pyridin unter Zuhilfenahme eines Katalysators hergestellt wird. Sie dient häufig als Lösungsmittel und zum Herstellen komplexer chemischer Verbindungen.

Piperidin

Piperidin ist eine alkalische Verbindung mit der Summenformel C5H11N.

Über die Substanz:

Piperidin, oder auch Azinan genannt, ist eine alkalische Verbindung mit der Summenformel C5H11N. Ungebunden liegt sie in flüssiger Form vor. Die Verbindung ist bereits seit 1819 bekannt, konnte aber erst 1894 künstlich hergestellt werden. In der Natur kommt es fast ausschließlich als Alkaloid-Verbindung in Piperin vor, was ein Bestandteil von herkömmlichen schwarzem Pfeffer ist. Mittlerweile findet man Piperidin unter anderem als Nebenprodukt bei der Herstellung von Herbiziden und Insektiziden erhalten. Weil die Substanz hoch giftig, ätzend und leicht entzündlich ist, muss sie immer von Mitteln zum Pflanzenschutz oder Insektenschutz getrennt werden.

Anwendungsgebiete:

Als Lösungsmittel wird Piperidin besonders beim Auflösen von Schwermetallen wie Kupfer oder Quecksilber verwendet. Die einzelnen Moleküle der Metalle werden dabei herausgelöst und gehen mit Piperidin eine Komplex-Verbindung ein. Wird die Substanz dagegen Kunstharzen wie beispielsweise dem Epoxidharz beigemischt, bildet es Molekülverbindungen aus, sodass die Harze schneller trocken werden. Darüber hinaus wird Piperidin als eine Reagenz bei verschiedenen Metall-Verbindungen eingesetzt. Geht man beispielsweise zu einem Juwelier, um seinen Goldschmuck untersuchen zu lassen, wird eine kleine Probe davon mit Piperidin bestrichen. Es kommt zu einer typischen chemischen Reaktion, mit der sich nachweisen lässt, ob es sich um echtes oder um „Katzengold“ handeln würde. Das gleiche funktioniert auch für Aldehyde (zum Beispiel Formaldehyd) und Magnesium.

Des weiteren kann Piperidin unter anderem in der Veresterung oder der Bildung von Peptiden und Proteinen eingesetzt werden. Dabei beschleunigt die Substanz die eigentliche Reaktion und geht unverändert als Katalysator daraus hervor. Dieser Umstand wird auch dazu genutzt, um das sogenannte PCP (Phenylcyclohexylpiperidin) zu synthetisieren. Bei dieser Verbindung handelt es sich um ein starkes Betäubungsmittel, das als Rauschmittel oft unter dem Namen „Angel Dust“ verkauft wird und gefährliche Auswirkungen auf den Körper des Konsumenten haben kann. Aus diesem Grund fällt Piperidin auch unter das Grundstoffüberwachungsgesetz und darf deshalb nicht frei an Privatpersonen verkauft werden.